Handlesen
Mit Hilfe der Handlesekunst (auch Chiromantik genannt, abstammend von den griechischen Worten chiro (Hand) und mantis (Seher)) können versierte Wahrsager, Hellseher und Medien Einblicke in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft gewinnen. Hierbei werden insbesondere die Linien in der Handinnenfläche interpretiert. Diese Form des Hellsehens findet bereits in der Antike Erwähnung. Auch in den frühen Hochkulturen scheint das Handlesen eine häufig eingesetzte Technik gewesen zu sein.
Im 15. Jahrhundert wurde von Heinrich Cornelius Agrippa von Nettesheim der Versuch unternommen, dem Handlesen neue Impulse zu geben. Der deutscher Universalgelehrte, Arzt, Jurist und Philosoph der Versuch unternommen, dem Handlesen eine akademische Stellung zu verleihen.
In der Zeit des Barocks (16. - 18. Jahrhundert) wurde das Handlesen als eigenständige Wissenschaft etabliert. Man ging davon davon aus, dass es mittels Handlesen möglich ist, wissenschaftlich fundiert Informationen über den jeweiligen Gesundheitszustand gewinnen zu können. Hierzu wurden an einigen europäischen Universitäten spezielle Lehrstühle / Professuren geschaffen. In dieser Zeit versuchte auch der britischer Philosoph, Theosoph und Arzt Robert Fludd, das Handlesen neu zu beleben.
Bekannt geworden ist im 19. Jahrhundert auch der französische Gelehrte und Schriftsteller Adolphe Desbarolles. Auch dieser hatte zum Ziel, das Handlesen als eine Art Abbild des
Kosmoses zu etablieren.
In heutiger Zeit findet man noch immer Menschen, die durch das Handlesen exakte Vorhersagen machen können. Dies zeigt, dass diese alte Kunst nach wie vor von Generation an Generation
weitergegeben wird.
Text Handlesen © Peernet.de
|